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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 22.08.2019

Gewerblich tätiger Hufschmied

Ein staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied übt keine freiberufliche, sondern eine gewerbliche Tätigkeit aus. Es besteht keine Ähnlichkeit zu einem der Katalogberufe zu den Einkünften aus freiberuflicher Tätigkeit im Sinne des Einkommensteuergesetzes. So das Finanzgericht Hamburg (Az. 2 K 342/17).

Nach erfolgreichem Abschluss des Vorbereitungslehrgangs “Hufbeschlagschmied” gemäß der Hufbeschlagverordnung an der Tierärztlichen Hochschule, war ein Metallbauer als staatlich anerkannter geprüfter Hufbeschlagschmied selbständig tätig. Diese Tätigkeit umfasst die Versorgung – vornehmlich gesunder – Pferde mit Hufeisen, die als Metallrohling beschafft und sodann den individuellen Bedürfnisses des Pferdes angepasst werden. Dabei arbeitet der Hufbeschlagschmied mit Tierärzten zusammen, die ihn bei erkannten Fehlstellungen einsetzen, um mit speziell angepassten Hufen die erforderlichen Bewegungsprobleme zu lösen. Er verweist seine Kunden auf tierärztliche Behandlungen, sofern er beim Anbringen von Hufbeschlägen als Erstdiagnose Krankheiten an den Hufen feststellt. Der Hufbeschlagschmied meldete formal einen Gewerbebetrieb “Hufschmied” an und war der Ansicht, dass seine Tätigkeit eine freiberufliche sei. Daher gab er keine Gewerbesteuererklärung ab. Das Finanzamt war dagegen der Auffassung, er erziele Einkünfte aus Gewerbebetrieb und setzte Gewerbesteuervorauszahlungen fest.

Nach Ansicht des Finanzgerichts Hamburg hat der Hufbeschlagschmied Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, seine Tätigkeit kann nicht als freiberufliche qualifiziert werden. Die Tätigkeit sei insbesondere nicht mit derjenigen eines Tierarztes oder eines Heilpraktikers bzw. Physiotherapeuten vergleichbar. Er habe zwar im Rahmen des Vorbereitungslehrgangs an der Tierärztlichen Hochschule auch Kenntnisse im Rahmen der Beurteilung und Versorgung erkrankter Hufe erlangt. Diese Kenntnisse würden aber nicht die breiten Kenntnisse eines Tierarztes erreichen. Auch eine etwaige Ähnlichkeit zu den Katalogberufen zu den Einkünften aus freiberuflicher Tätigkeit im Sinne des Einkommensteuergesetzes sei nicht gegeben.

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